„Wenn die Regierung das Geld verschlechtert, um alle Gläubiger zu betrügen,
so gibt man diesem Verfahren den höflichen Namen Inflation.“ G. B. Shaw (1856 - 1950)

„Geld gleicht dem Dünger, der fast wertlos ist, 
wenn man ihn nicht ausbreitet.“ Sir Francis Bacon (1561-1626)

„Zunächst ein laues Bad, dann wird das Wasser immer heißer,
und am Schluss explodiert die Wanne.“ André Kostolany (1906-99)

„Wer sein Vermögen schützen will, glaubt gar nichts, sondern rechnet mit allem.“
Mayer Amschel Rothschild (1744-1812)

Günstige Absicherung: Fallende Kurse, steigende Volatilität

Benjamin Judith

Günstige Absicherung: Fallende Kurse, steigende Volatilität

Der DAX fällt unter die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten, in gleichem Atemzug steigt die Volatilität sehr stark an: so ging die Korrektur der europäischen Börsen, von aktuell gerade mal 3,5% innerhalb der beiden letzten Tage, einher mit einem Anstieg der Volatilität (gemessen im EURO STOXX 50 Volatility Index, kurz: VSTOXX) von 12 auf 22 - also fast einer Verdopplung. Auch im US-Pendant VIX sieht das Bild beeindruckend aus, auch unter Berücksichtigung der Skalierung.

Erfahrungsgemäß werden solche Schwankungen viel stärker wahrgenommen, als sie es eigentlich sind. Dies insbesondere nach einer äußerst stabilen Phase. So wies der S&P500 zuletzt 13 Tage in Folge eine geringere Abweichung zum Vortag als 0,3% aus – diese Stabilitätslevel waren zuletzt 1927 gesehen worden, wie die Deutsche Bank anmerkte.

Die Frage ist, trotz allen deutlichen Warnzeichen, ob und wie die „Korrektur“ weitergeht. Für uns ist es angesichts unserer breiten Aufstellung und Absicherungsinstrumente relativ unwichtig. Gleichwohl ist in dem Kontext besonders bemerkenswert, dass die Kurve der Volatilitäts-Kontrakte in Europa invers verläuft!

Das bedeutet, dass aktuell eine längerfristige Absicherung günstiger am Markt zu haben ist als eine kurzfristige. Ökonomisch kann man diesen Umstand wie folgt interpretieren: Die Marktteilnehmer (= der Markt), die sich über Optionen absichern (mit Hilfe des VIX in den USA und des VSTOXX in Europa), glauben noch nicht an eine längere Korrektur.

Ein Blick in die USA verrät, dass das dortige Kurvenpendant zwar keinen inversen, aber einen ungewöhnlich flachen Verlauf aufzeigt. 

Wir nutzen diese Gelegenheit, um - für den Fall einer Ausweitung der aktuellen Mini-Korrektur - Absicherung mit einem sehr vorteilhaften, stark asymmetrischen Chance-Risiko-Profil einzukaufen. Einem 3,5%igen Verlust des EURO STOXX stand ein Anstieg des VSTOXX von knapp 100% gegenüber. Umgekehrt würde ein 3,5%-Anstieg der europäischen Aktienmärkte jedoch einen erfahrungsgemäß sehr viel geringeren Verlust implizieren, speziell auf den sehr niedrigen Niveaus der Volatilität.

Davon abgesehen sind unsere Aktienpositionen zu einem sehr großen Teil ohnehin schon über das Aktien-Sicherheitsnetz (DAX-Future-Short-Kontrakte) sowie die Volatilitätskontrakte abgesichert

Grafiken: eigene Erstellung, Daten: Bloomberg

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