„Zunächst ein laues Bad, dann wird das Wasser immer heißer,
und am Schluss explodiert die Wanne.“ André Kostolany (1906-99)

„Wer sein Vermögen schützen will, glaubt gar nichts, sondern rechnet mit allem.“
Mayer Amschel Rothschild (1744-1812)

„Geld gleicht dem Dünger, der fast wertlos ist, 
wenn man ihn nicht ausbreitet.“ Sir Francis Bacon (1561-1626)

„Wenn die Regierung das Geld verschlechtert, um alle Gläubiger zu betrügen,
so gibt man diesem Verfahren den höflichen Namen Inflation.“ G. B. Shaw (1856 - 1950)

Teil I: Investitionen in Volatilität als Assetklasse

Teil I: Investitionen in Volatilität als Assetklasse

Die wachsenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten u.a. resultierend aus der aggressiven expansiven Notenbankpolitik eines Mario Draghi, Sorgen über die Folgen des beschlossenen Brexit Referendums  Großbritanniens und die weiter existierende jedoch derzeit nicht in der breiten Öffentlichkeit wahrnehmbare Problematik rund um die Euro-Staatsschuldenkrise führten in der jüngeren Vergangenheit wiederholt zu extremen Verwerfungen an den europäischen Aktienmärkten. Fragt man prominente Stimmen nach einer Einschätzung des aktuellen Marktumfeldes, so häufen sich die kritischen Meinungen, dass erhöhte Schwankungsbreiten an den Aktien- und Rentenmärkten als der neue Marktstandard gelten.

Christine Lagarde, IWF Chefin (April 2015): „Die Risiken für die globale Finanzstabilität nehmen zu. Niedrigzinsen könnten die Zahlungsfähigkeit von Lebensversicherungen und Pensionsfonds gefährden.“

Yngve Slyngstad, Vorstandsvorsitzender des staatlichen norwegischen Pensionsfonds (April 2015): „Der Einfluss der Geldpolitik auf die Kapitalmärkte ist so groß geworden, dass die Geldpolitik selbst zu einem Risikofaktor geworden ist.“

Benoit Coeuré, Mitglied des EZB-Direktoriums (Nov. 2015): „Verlassen sich alle auf uns, nimmt das kein gutes Ende.“

George Soros, amerikanische Investoren-Legende (Jan. 2016): „Das derzeitige Umfeld erinnert mich an die Krise des Jahres 2008.“

Prof. Dr. Dres. h.c. Hans-Werner Sinn (März 2016): „Mehr Wasser hilft nicht, wenn die Pferde nicht saufen wollen. Die EZB scheint am Ende ihres Lateins angekommen.“

Diese Marktunsicherheit spiegelt sich in den zugehörigen Volatilitätsniveaus wider. Bei der Volatilität, welche auch unter dem Namen Angstbarometer bekannt ist, gilt es zwischen der „investierbaren“ impliziten und der historischen Volatilität zu unterscheiden. Vereinfacht ausgedrückt ist Volatilität ein Maß für die Schwankungsintensität eines zugrundeliegenden Wertes. Bei der Ermittlung der historischen Volatilität werden beispielsweise die täglichen Schwankungen eines betrachteten Wertpapieres über einen bestimmten Zeitraum aus der Vergangenheit herangezogen. Diese wird in der Regel für ein Jahr angegeben. Unterstellt man eine Volatilität von 5% p.a. und einen Rendite-Mittelwert von 7%, so lässt sich bezogen auf das Risiko eines betrachteten Wertpapieres die Aussage treffen, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 68,3% (eine Standardabweichung der Normalverteilung) dessen Jahresperformance zwischen +2% und +12% liegt.   Die „investierbare“ implizite Volatilität basiert auf der vom Markt zukünftig erwarteten Volatilität. Diese wird aus den am Markt gehandelten Optionsprämien über Optionsbewertungsmodelle (z.B. Black&Scholes-Modell) ermittelt. Sie ist nicht direkt beobachtbar. Wichtige Volatilitätsindizes bilden der Chicago Board Options Exchange Volatility Index (VIX) , der EuroStoxx50 Volatility Index (VSTOXX) und der Volatilitätsindex des deutschen Leit-Aktienbarometers (VDAX-NEW). Der seit April 2005 eingerichtete VDAX-NEW basiert auf den an der Terminbörse European Exchange tatsächlich gehandelten Optionen. Abbildung 1 veranschaulicht, dass sich die Finanzmärkte derzeit in einem erhöhten Volatilitätsumfeld bewegen.

Derivative Finanzinstrumente ermöglichen Investitionen in Volatilität als Anlageklasse. Dabei bieten regulierte Terminbörsen wie u.a. die European Exchange (EUREX) und die CME Group (CME, CBOT, NYMEX, COMEX)  standardisierte und liquide handelbare Instrumente um Volatilitätsstrategien umsetzen zu können. Der Short Put als Basis-Volatilitätsstrategie stellt ein klassisches Stillhalterkonzept zur Vereinnahmung von Optionsprämien auf Aktien bzw. Aktienindizes dar.

Wachsende Schwankungsintensität - Volatilitätsindizes - EURO STOXX 50 Volatility Index - DAX Volatility Index - CBOT Volatility Index

Short Put – Stillhaltergeschäfte für Marktphasen nach Krisen


Der Short Put bietet in Risk-Off Phasen eine Möglichkeit um von einem signifikanten Anstieg der Marktnervosität über die Vereinnahmung einer entsprechend erhöhten Optionsprämie zu partizipieren. Steigt (cet.par.) die implizite Volatilität des zugrundeliegenden Underlyings, welches nichts anderes als eine Erhöhung des Preisänderungsrisikos bedeutet, so resultiert daraus ein erhöhter Optionspreis. Dieser Effekt ist durch das Vega, welches die Sensitivität des Underlyings gegenüber der Volatilität ausdrückt, quantifizierbar. 


Opportunitäten in Risk-Off Phasen - Volatilität als Anlageklasse

Abbildung 1 und 2 veranschaulichen, dass Phasen hoher Volatilität Einstiegsopportunitäten bieten, um von einem Rückgang der Volatilität profitieren zu können. Die Ausgestaltung der Optionsstrategie ermöglicht über die Wahl des Strikepreises eine individuell definierbare Steuerung des Risikopuffers, welcher sich aus der Differenz des aktuellen Kurses des Underlyings und dem zugrundeliegenden Strikepreis zuzüglich der vereinnahmten Optionsprämie ermitteln lässt. Laufzeitendiversifikation und aktives Management der Sensitivtäten des Optionsportfolios reduzieren Timing- und Downside-Risiken. Die Assetklasse Volatilität bietet aus unserer Sicht eine zu favorisierende Investmentlösung um von zukünftig verstärkt und vermehrt erwarteten schwankungsintensiven Entwicklungen profitieren zu können.


Luxemburg, 21.12.2016 -  Florian P. Konz

Keine Kommentare






* - Pflichtfeld

 

Hinweis in eigener Sache:

Willkommen bei Nordlux Vermögensmanagement. Unsere Kundenberater arbeiten derzeit im Home Office, doch bleiben wir voll einsatzfähig und erreichbar. Ihr Anruf wird automatisch an Ihren Berater weitergeleitet. Wir bitten Sie, eventuelle Verzögerungen auf Grund der derzeit starken Beanspruchung der Telefonleitungen zwischen Deutschland und Luxemburg, zu entschuldigen.