„Wenn die Regierung das Geld verschlechtert, um alle Gläubiger zu betrügen,
so gibt man diesem Verfahren den höflichen Namen Inflation.“ G. B. Shaw (1856 - 1950)

„Wer sein Vermögen schützen will, glaubt gar nichts, sondern rechnet mit allem.“
Mayer Amschel Rothschild (1744-1812)

„Zunächst ein laues Bad, dann wird das Wasser immer heißer,
und am Schluss explodiert die Wanne.“ André Kostolany (1906-99)

„Geld gleicht dem Dünger, der fast wertlos ist, 
wenn man ihn nicht ausbreitet.“ Sir Francis Bacon (1561-1626)

Wie wir denken - was wir tun: ein Rückblick auf den Monat April 2018

Wie wir denken - was wir tun: ein Rückblick auf den Monat April 2018

Verehrte Investoren,

 „Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, dass sich vieles ändern lässt, bloß nicht der Mensch.“
Karl Marx

Als Karl Marx vor 200 Jahren in der ältesten Stadt Deutschlands geboren wurde, lag der Zins für amerikanische Zinspapiere noch bei - für heutige Verhältnisse begehrenswerten - sieben Prozent – wo er auch (wenn auch natürlich unter deutlichen Schwankungen) einhundert Jahre später stand. Seinerzeit bewegten sich die Zinsen noch in kürzerfristigeren Zyklen: „Trendwechsel“ dauerten Jahre anstatt – wie seit den 1950er-Jahren - mehrere Dekaden. 

Gleichwohl schwanken die Zinsen auch in kürzeren Zeiträumen deutlich. Entsprechend ist der US-Zinsmarkt weiter erheblich in Bewegung. Im Berichtsmonat sprangen die Renditen der 10-jährigen Papiere über 3% - ein Niveau, das sie zuletzt Anfang 2014 erreichten. Doch die zweijährigen Papiere werfen inzwischen 2,51% ab - oder anders ausgedrückt: die Zinskurve ist noch einmal flacher geworden. Wie auch immer Portfoliomanager diesen Umstand auf eine längere Sicht interpretieren mögen: Die Aktienmärkte sind im April global gestiegen, von moderat (S&P: 1,10%) bis deutlich (Nikkei: 4,72%). Da die eingepreiste Volatilität dennoch weiterhin „angenehm“ hoch ist, konnten wir den April nutzen, um uns attraktive Seitwärtsprämien via Optionen zu sichern.

Auch die wichtigsten Rohstoffmärkte legten zu. So stieg z.B. der Ölpreis auf ein Dreijahreshoch. Nur der Goldpreis stagnierte. Seit jeher gibt es in der Fachwelt Kontroversen, ob der Goldpreis ein angemessener Indikator für künftige inflationäre Entwicklungen ist oder nicht. Für Aufsehen sorgten unlängst die Analysten von Morgan Stanley, die sich dazu sehr deutlich positionierten: „Wegen der zahlreichen Kritik und der wechselnden Berechnungsmethoden für die US-Verbraucherpreise als einer wirklichen Kennzahl für die Inflation, verwenden wir den Goldpreis als einen sehr guten Stellvertreter für den wirklichen Wert des Dollar über längere Zeiträume hinweg.“ Die Frage ist, ob der Goldpreis neben oder gerade wegen der Knappheit (in einer Stunde wird auf der Welt mehr Stahl produziert, als es überhaupt an Gold gibt) derart im Fokus steht. Wahrscheinlich sind es weniger die „rationalen“ Argumente, die den Preis bewegen als (emotionale) Zuschreibungen, die Gold-Investoren vornehmen. Da der Goldpreis einmal mehr in seine Seitwärtsrange zurückgekehrt ist, nutzten wir diese Gelegenheit, um im April wieder eine Option (einen sog. „Short Call“) auf Gold zu schreiben.

Wir sind, was den Goldpreis angeht, emotionslos. Diskussionen, ob Gold ein gutes oder ein schlechtes Investment sei, haben unserer Erfahrung nach seit langem quasi-religiöse Züge. Wir sind Gold-Investoren – jedoch insbesondere, um es als wunderbares Vehikel für attraktive Optionsprämien zu nutzen, d.h. mit Gold ein Stück weit unabhängig von seiner Kursentwicklung Rendite zu erwirtschaften. Ohnehin ist auch beim Gold gerade nicht alles Gold, was glänzt, wie es in Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ heißt. Auch nicht beim Gold? Auch nicht beim Gold: Unser Stereotyp sieht vor, dass Gold einen gelblichen Ton hat und dass diese Farbeigenschaft sogar zu den definierenden Eigenschaften von Gold gehört. Dabei ist die goldgelbe Färbung nur auf eine Verunreinigung zurückzuführen – Gold ist eigentlich weiß.

Als in Trier unlängst anlässlich des Jubiläums um Karl Marx Geburtstag eine Statue zu Ehren des Philosophen enthüllt wurde, gab es ebenfalls quasi-religiöse Diskussionen. Gegner und Befürworter standen sich unvereinbar wie in Glaubensfragen gegenüber – nüchterne, differenzierende Stimmen waren selbst in den bundesdeutschen Leitmedien schwer zu finden. Über viele Aspekte wurde gestritten. Selbstredend auch über die Größe des Denkmals, das mit 5,50m schon eine Aussage an sich enthält – und damit nicht so dezent ist, wie z.B. die Ehrung des Philosophen am Kölner Rathaus. Marx selbst wäre der mediale Hype sicher unangenehm gewesen – „keinen Pfifferling für Popularität“ hätte er gegeben – oder mit der Kölner Rockband BAP gesprochen: „Lasse doch reden, hühr doch nit hin.“

Daher hatte Marx seinerzeit sogar das Vorwort zu „das Kapital“ tatsächlich mit folgender Sentenz beendet: „Segui il tuo corso, elascia dir le genti!“ Diesen Ratschlag hatte er allerdings nicht BAP, sondern der „Göttlichen Komödie“ von Dante entliehen.

Mitmachen und Gewinnen: Rätsel um Karl Marx

Dante Alighieri war nicht mit Karl Marx verwandt – dennoch hatte er einen sehr berühmten Verwandten, der ebenfalls herausragende literarische Werke verfasste. Wissen Sie, wer besagter promovierte Jurist war? Auch er war der Zensur unterworfen, was er mit folgendem vorgeblich zensierten Text aufs Korn nahm:

 Die deutschen Censoren ——  ——  ——  ——
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——  ——  ——  ——  ——   Dummköpfe  ——  ——
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Unter allen richtigen Antworten verlosen wir eine Silberunze. Jetzt mitmachen und gewinnen!

Luxemburg, den 15.05.2018

Michael Feiten, Florian Konz & Ludwig Schnieders

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