„Wenn die Regierung das Geld verschlechtert, um alle Gläubiger zu betrügen,
so gibt man diesem Verfahren den höflichen Namen Inflation.“ G. B. Shaw (1856 - 1950)

„Geld gleicht dem Dünger, der fast wertlos ist, 
wenn man ihn nicht ausbreitet.“ Sir Francis Bacon (1561-1626)

„Zunächst ein laues Bad, dann wird das Wasser immer heißer,
und am Schluss explodiert die Wanne.“ André Kostolany (1906-99)

„Wer sein Vermögen schützen will, glaubt gar nichts, sondern rechnet mit allem.“
Mayer Amschel Rothschild (1744-1812)

Wie wir denken - was wir tun: ein Rückblick auf den Monat Februar 2017

Verehrte Investoren,
„Äußere Krisen bedeuten die große Chance, sich zu besinnen.“ - Viktor Frankl

Die Krise feiert Geburtstag: Vor exakt zehn Jahren, im Februar 2007, musste erstmals eine der größten Banken der Welt substanzielle Verluste im Zusammenhang mit der Subprime-Krise vermelden. Erst in der Folge häuften sich - langsam - auch in finanzaffinen Zeitungen Stimmen über „ein schlechtes Gefühl bei Subprime-Krediten“, wenngleich (vermutlich) niemand die Dimension der Lawine ahnte, die losgetreten war. Noch in ihrem im November 2007 veröffentlichen Finanzstabilitätsbericht schrieb die Deutsche Bundesbank: „Das Risiko, dass daraus ein nennenswerter negativer Rückkoppelungsprozess über das inländische Kreditangebot und die Realwirtschaft entsteht, erscheint jedoch gering.“

Krisen sind nicht immer so klar erkennbar, wie die immer wiederkehrende Sorglosigkeit an den Finanzmärkten: Die im historischen Vergleich sehr niedrigen gegenwärtigen Schwankungen der Aktienmärkte haben wir im Februar genutzt, um - nach längerer Abstinenz - zu aktuell sehr günstigen Konditionen sog. Volatilitätskontrakte zu erwerben. Da sie nahe den historischen Tiefstständen sind, ist das Potenzial nach unten begrenzt. Sie profitieren hingegen überproportional, wenn die Schwankungsbreite – in der Regel im Falle von fallenden Aktienmärkten – zunimmt. Bei erhöhten impliziten Volatilitäten nutzen wir andere Instrumente. 


Darüber hinaus agieren wir weiterhin mit unserem Aktiensicherheitsnetz über klassische Stoploss-Limite via Future-Short-Positionen. Diese Limite haben wir im Februar mehrfach nach oben gezogen, um unsere  Gewinne auch im Segment Aktien abzusichern. Die Einführung dieses zusätzlichen Absicherungsmodus hat sich in den letzten Monaten bewährt – in der aktuellen Auswertung des unabhängigen Anbieters für Fondsmanger-Ratings, Citywire, belegt der NORD/LB Horizont Fonds auf Sicht von einem Jahr Platz 1 von 872 (!) beim maximalen Drawdown.
Gleichzeitig ist die Wertentwicklung von +6,9% in diesem Zeitraum sehr erfreulich. Ein Performance-Treiber der letzten Jahre waren unsere Engagements in Fremdwährungen. Im Februar haben wir im einer in Brasilianischen Real notierten Anleihe schöne Gewinne mitgenommen und unsere verbleibenden Positionen in der Währung nach der starken Rallye zunächst abgesichert.  Ferner haben wir – erneut – unsere Gold-Position gerollt und warten auf den sich immer stärker abzeichnenden nächsten Zinsschritt in den USA. Trotz einer Vielzahl an weltweiten Krisen, scheint Gold das Flair als Krisenschutz nach wie vor eingebüßt zu haben.
Viktor Frankl hat natürlich eine sehr existenzielle Krise durchleben müssen. Gleichwohl lässt sich seine Einsicht auch auf andere Krisen projizieren: sie ist auch immer die Chance zu versuchen, sich an der Seitenlinie zu platzieren und über die Dinge nachzudenken. Vielleicht wäre es eine Frage zu überlegen, ob wir das bezogen auf unser Wirtschaftssystem ausreichend tun?


Ein anderes Geburtstagskind, wurde heute vor 69 Jahren geboren und tat und tut dieses Nachdenken permanent: Hans-Werner Sinn, der renommierte ehemalige Präsident des Ifo-Instituts. Er äußerte unlängst sogar: „Die Marxsche Krisentheorie ist hochaktuell.“:  „Im Endeffekt könnte sich Marx' Behauptung, der Kapitalismus werde am Fall der Profitrate zugrunde gehen und dem Sozialismus den Weg ebnen, also bewahrheiten - wenn auch ganz anders, als er es vermutet hatte.“ Bleiben wir also gespannt – und wachsam.

Luxemburg, den 07.03.2017 - Michael Feiten, Florian Konz & Ludwig Schnieders

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