„Zunächst ein laues Bad, dann wird das Wasser immer heißer,
und am Schluss explodiert die Wanne.“ André Kostolany (1906-99)

„Geld gleicht dem Dünger, der fast wertlos ist, 
wenn man ihn nicht ausbreitet.“ Sir Francis Bacon (1561-1626)

„Wer sein Vermögen schützen will, glaubt gar nichts, sondern rechnet mit allem.“
Mayer Amschel Rothschild (1744-1812)

„Wenn die Regierung das Geld verschlechtert, um alle Gläubiger zu betrügen,
so gibt man diesem Verfahren den höflichen Namen Inflation.“ G. B. Shaw (1856 - 1950)

Wie wir denken - was wir tun: ein Rückblick auf den Monat Juli 2017

Wie wir denken, was wir tun: ein Rückblick auf den Monat Juli 2017

Verehrte Investoren,
 „Was hilft alle Erkenntnis, wenn die Kraft fehlt?” Theodor Storm

Seit dem Amtsantritt von Donald Trump ist der Dow Jones Index von 18.000 auf 22.000 Punkte gestiegen – worauf Donald Trump via Tweet ausdrücklich hinweist. Unseres Erachtens erliegt er damit einem Denkfehler, nämlich demjenigen zwischen Korrelationen, Koinzidenz und Kausalität nicht zu unterscheiden.

Gleichzeitig mit den steigenden (US!-)Aktienmärkten, sank die dortige Volatilität im Berichtsmonat auf ein neues Allzeittief von 8,84, noch unter dem bisherigen aus dem Jahr 1993. Seit dem verharrt der VIX auf diesem sehr niedrigen Niveau – für uns bedeutet das, dass wir aktuell unser Aktienexposure sehr günstig absichern können, was wir auch sehr bald wieder tun werden. Denn diese lange Phase der Ruhe ist auch im historischen Vergleich ungewöhnlich: Byron Wien spricht auf die Aktienmärkte bezogen vom Wile-E.-Coyote-Effekt: dem Moment, wenn die Cartoon-Figur über die Klippe rast und erst mit Zeitverzögerung merkt, dass unter ihr der Abgrund wartet.

Was europäische Aktien angeht, so waren sie im Juli negativ. Der DAX beispielsweise verlor von seinem Hoch aus 4% - nicht jedoch der NORD/LB Horizont Fonds, da wir konsequent unser Aktiensicherheitsnetz (über DAX-Future-Short-Kontrakte) gemanagt hatten.

Ebenso wenig tangierte uns die (auch) für die kleine Korrektur ursächliche Stärke des Euro gegenüber dem USD, da wir im Juli unseren USD-Anteil zu zwei Dritteln abgesichert hatten und nun – auf Basis guter Absicherungsgewinne – beobachten können, wo der charttechnische Ausbruch aus der monatelangen Trading-Range zwischen 1,05 und 1,15 sein Ende findet.

Was unsere Investments in Anleihen angeht (die wir aktuell mit 14,4% gewichtet haben), so haben wir nach wie vor de facto weder ein Bonitäts- noch ein Durationsrisiko, um das wir uns sorgen müssten. Dennoch blicken auch wir, wie schon im Jahr 2011, mit etwas Sorge auf die Schuldengrenzen-Debatte in den USA. Und dies tun zunehmend auch andere Marktteilnehmer.

Was uns ferner und damit zusammenhängend umtreibt, ist die immer flacher werdende US-Zinsstrukturkurve: normalerweise kann ein Investor dafür, dass er eine Anleihe länger hält, auch eine höhere Verzinsung erwarten, da er ja länger auf sein Geld verzichtet und entsprechend ein höheres Risiko eingeht. Ist die Kurve hingegen flach, so „stimmt etwas nicht“.

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat eine inverse Zinsstruktur in den USA immer eine Rezession angedeutet oder impliziert. Es droht also Gefahr, wenngleich eine Rezession auch auftreten kann, wenn die Zinsstruktur nicht invers ist. Die Gefahr ist dennoch gegeben und sollte ungleich größer werden, sofern die Präsidentschaft von Donald Trump weiter als „Flop“ wahrgenommen werden sollte.

Apropos „Flop“: Heute ist der Begriff „Flop“ insbesondere mit Scheitern und Misserfolg verbunden. Doch bevor er in unsere Umgangssprache Einzug hielt, hatte er eine andere Bedeutung:


Seit jeher gab es beim Hochsprung nur zwei Alternativen: Die „Frontalhocke“, bei der man auf die Latte zuläuft und kraftvoll abspringt, sowie den „Scherensprung“, der einem Weitsprung in die Höhe gleicht. Entsprechend reißerisch waren die Kommentare, als der völlig unbekannte Dick Fosbury - der noch nie an einem internationalen Wettbewerb teilgenommen hatte - bei den Olympischen Spielen 1968 die Latte mit dem Rücken zuerst überquerte: „Er springt wie jemand, der aus dem dreißigsten Stock fällt.“ Die Kommentare verstummten schnell: Fosbury stellte einen neuen Weltrekord auf und gewann die Goldmedaille.

Manche Erkenntnis braucht sehr lange, bis sie erstens verstanden, zweitens akzeptiert und insbesondere drittens umgesetzt wird: Tatsächlich war Ulrike Meyfarth, als sie vier Jahre nach dem Erfolg von Fosbury im Alter von nur sechzehn Jahren dessen Technik imitierte, nur eine von vier (!) Athletinnen, die diese Sprungtechnik verwendete – auch sie gewann die Goldmedaille.

Heute verwendet kein Athlet mehr eine andere Technik, als die von Fosbury. Wir glauben, dass Alternative Investments und echte (!) Multi-Asset-Konzepte eine ähnliche Entwicklung nehmen werden, wie der Fosbury-Flop.

Luxemburg, den 02.08.2017

Michael Feiten, Florian Konz & Ludwig Schnieders

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