„Wer sein Vermögen schützen will, glaubt gar nichts, sondern rechnet mit allem.“
Mayer Amschel Rothschild (1744-1812)
Wie wir denken - was wir tun: ein Rückblick auf den Monat Mai 2016
- Finanzen
- 08.06.2016
Wie wir denken - was wir tun: ein Rückblick auf den Monat Mai 2016
Verehrte Investoren,
„China ist eine tickende Zeitbombe für die Börsen.“ (Eduard Carmignac)
Der berühmte Börsenmonat Mai hielt nicht ganz, was er versprach. Traditionell ist der Mai der schlechteste Börsenmonat des Jahres und leitet damit die wenig erquicklichen Sommerbörsenmonate ein: für den US-Aktienmarkt beläuft sich von 1970 – 2015 die Renditedifferenz zwischen den sechs Wintermonaten (November – April) und den Sommermonaten auf im Schnitt 5,2 % pro Jahr!
In diesem Jahr jedoch verhielten sich die Aktienmärkte vergleichsweise ruhig. Der DAX z.B. verlor zwischenzeitlich überschaubare 4 % an Wert, um am Ende jedoch, wie auch der amerikanische und der japanische Aktienmarkt mit einem moderaten Plus zu schließen.
Nichtsdestotrotz ist die nun schon über sieben Jahre währende Aktienhausse wahrlich nicht mehr die vitalste und die fundamentalen, von Politik und Zentralbanken tendenziell losgelösten Rahmendaten, sehen nicht besonders erbaulich aus: so haben z.B. die ohnehin schon teuer bewerteten US-Unternehmen anstatt zu investieren in den letzten Jahren sehr stark ihre Kapitalausgaben für Aktienrückkäufe und Dividenden substituiert. Entsprechend ist der Anteil am operativen Cash-Flow für Kapitalausgaben auf zuletzt nur noch 42 % gefallen.
Man könnte einwenden: das ist ein langfristiger Trend, der bereits seit dreißig Jahren besteht (bei damals noch 75 %-Anteil), doch hat sich eben auch die Bilanz vieler Unternehmen verschlechtert. Ferner und globaler: die Capex (globale Kapitalinvestitionen) sinken seit drei Jahren auf breiter Front – der aktuelle Erholungszyklus ist der schwächste aller je festgestellten. Auch das Weltwirtschaftswachstum ist auf dem tiefsten Nachkrisen-Stand angelangt.
Doch aktuell bewegen die Märkte auch viele andere Dinge, primär politischer und damit tendenziell nicht so stark fundamentaler Natur, z.B. die US-Präsidentschaftswahl, ein potenzieller Brexit etc. – neben den „üblichen“ Themen wie die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft, Griechenland und insbesondere: stehen die USA wirklich unmittelbar von einer Zinswende? Letztere sehen wir nicht – jedoch vielleicht noch einen Zinsschritt im September. Dies hat kurzfristig Implikationen auf unsere USD-Positionen.
Entsprechend haben wir den im Berichtsmonat starken USD (+3 %) genutzt, um wieder eine Absicherung einzuziehen. Genutzt haben wir im Währungsbereich ferner den unseres Erachtens etwas zu starken Fall des Südafrikanischen Rand, in dem wir in eine AAA-gerate Anleihe einer supranationalen Bank (EIB) investierten. Dieses Investment reflektiert zum einen das weiterhin selektive Nutzen von sich bietenden Opportunitäten, aber auch die Abkehr von immer illiquider werdenden Unternehmensanleihen.
Der NORD/LB Horizont konnte im Monat Mai ein Ergebnis von +0,70 % erzielen.
Luxemburg, den 08.06.2016
Michael Feiten, Florian Konz & Ludwig Schnieders
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