„Zunächst ein laues Bad, dann wird das Wasser immer heißer,
und am Schluss explodiert die Wanne.“ André Kostolany (1906-99)
Die griechische Tragödie
- Finanzen
- 18.02.2015 Tags: Griechenland, Tragödie, Syriza
Die griechische Tragödie
Kennzeichnend für die Tragödie ist eine unausweichliche Verschlechterung der Situation. Die Ursache liegt im Charakter des Helden, welcher seinem vorbestimmten Schicksal entgehen will, es jedoch nicht schaffen kann. (Wikipedia)
Auch Anlagestrategen und -analytiker können für die griechische Tragödie Sympathie und Empathie empfinden. Versuchen wir, sie zu verstehen und beantworten wir die Frage, ob die griechische Regierung nur pokert oder ob sie ihr Land schicksalhaft in das Chaos führt, ja führen muss.
Die Leistungen der griechischen Antike stehen in einer Linie mit Jerusalem, Rom und Byzanz. Den Befreiungskrieg gegen das Osmanische Reich unterstützten die europäischen Mächte. Der Abwehrkampf der Griechen gegen Mussolini und die bittere Nazibesatzung sind Höhepunkte des modernen Griechenlandes. Danach haben die Griechen ihren König verjagt, eine Militärdiktatur durchgemacht, den EU und Euro Beitritt geschafft und die NATO verstärkt. Am Patriotismus der Griechen, an ihrer leidensvollen Geschichte, an ihrem Beitrag für Europa ist nicht zu zweifeln. Sie sind zu Recht ein stolzes Volk.
Doch Griechenland steht finanziell am Abgrund und den Menschen geht es dreckig. Wir sehen klar, dass nicht die EU und schon gar nicht Deutschland die Schuld trägt, sondern die eigene Misswirtschaft, welche auf die alte Feindseligkeit des Staates gegen seine Untertanen zurückgeht, als Griechenland eine osmanische Provinz war. Diese Konstellation hat Syriza hervorgebracht, was ein vorbestimmtes Schicksal ist. Syriza erklärt Vorzugskonditionen für Hilfskredite als unerträgliches fremdes Joch. Dieses Gefühl schlägt jetzt in Hybris um: „Bankrott aber frei“. Das wäre doch gar nicht nötig.
Die baltischen Länder, Portugal, Irland, auch Neuseeland oder Schweden zeigen den richtigen, erfolgreichen Weg. Der richtige Weg führt nach großem Leid zu neuem Aufschwung. Ausgerechnet das Gegenteil zu versuchen, einen Feind herbeizureden, die Gefühle zu bemühen, patriotische Gesänge anzustimmen, führt ganz offensichtlich in den Abgrund. Kann Syriza das wollen? Ja. Die Führung will es, weil sie ideologisch ist. Verblendet, wie Venezuela, Argentinien, Bolivien und Peru, sowie als schlimmstes aller Beispiele China es waren, als sie von ihren verehrten Chefs fehlgeleitet wurden. Wenn nicht in letzter Minute ein listenreicher Odysseus erscheint, ist die Tragödie unausweichlich. Einziger Trost ist, dass das nicht das Ende ist.
Veröffentlicht von Harry Rosenbaum
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