„Geld gleicht dem Dünger, der fast wertlos ist,
wenn man ihn nicht ausbreitet.“ Sir Francis Bacon (1561-1626)
Rasante Aufwertung des Schweizer Franken - wie geht es weiter?
- Finanzen
- 15.01.2015 Tags: rasante Aufwertung, Schweizer Franken, SNB, Währungsintervention
Rasante Aufwertung des Schweizer Franken - wie geht es weiter?
Dies ist ein Blog. Blogs geben nur eine kurzfristige Ersteinschätzung ab, keine Empfehlung. Dies vorausgeschickt, könnte die Überlegung des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank etwa lauten: „Wir wollen nicht zu berechenbar sein. Indem wir den CHF (vorübergehend?) floaten, um ihn später ebenso überraschend wieder an eine neue Bezugsgröße zu binden, machen wir unsere Währung für Spekulanten weniger attraktiv und unterbrechen zumindest für eine gewisse Zeit den Aufwertungsdruck“.
Die exportorientierten Schweizeraktien erleben einen schwarzen Tag mit Kursverlusten von 6 - 15 %. Die EUR Staatsanleihen in der Bilanz der SNB produzieren, in CHF bewertet, Bewertungsverluste. Warum tut die SNB das? Sie könnte zwar ständig mehr Franken drucken und damit EUR kaufen, doch macht sie sich dadurch von EUR Staatsanleihen abhängig.
Unabhängigkeit ist ein Leitprinzip der Schweiz. Sie könnte auch einen Sovereign Wealth Fund auflegen um ausländische Aktien zu kaufen, doch würde sie nur neue Risiken eingehen und einen allzu mächtigen Einfluss auf die Wirtschaft der Nachbarn erlangen, der politisch für ein kleines Land ungesund wäre. Jeder Schweizer kennt das Wort „Macht den Zaun nicht zu weit“. Die Schweiz ist zu klein, um als sicherer Hafen für die ganze Welt zu dienen. Sie muss also den Franken unsicherer machen. Höhere Negativzinsen für Ausländer könnten die Antwort der Schweiz sein. Franken zu kaufen wird riskant. EUR zu halten ist leider auch riskant. Einziger Ausweg ist die Risikostreuung über verschiedene Währungen und Anlageklassen.
Veröffentlicht von Harry Rosenbaum
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Problematisch erscheint mir, dass die SNB Vertrauen verloren hat, was für eine Notenbank sicher keine gute Entwicklung ist. Daher glaube ich auch nicht, dass es so schnell wieder eine Anbindung an einen Basket aus EUR und USD geben wird. Denn dann würden sich die astronomischen "Währungsreserven" ja noch weiter erhöhen.
Ein Aspekt, der mir etwas zu kurzsichtig erscheint: Es gibt noch immer etliche Kreditnehmer in Osteuropa, die in CHF gegen EUR verschuldet sind. Da dürfte jetzt ein finale Default-Phase kommen, was sicher auch die Schweizer Banken treffen wird. Und die Wirtschaft wird vielleicht entgegen der Annahem der SNB NICHT mit einer weiteren Aufwertung gerechnet haben, gerade weil es ja bisher nicht nötig erschien.
Und noch etwas: die Immobilienpreise in der Schweiz sind z.T. stark überbewertet. Durch die niedrigen Zinsen wird aber diese Blase immer weiter aufgeblasen. Die Frage ist: wann muss die SNB die Zinsen wieder ANHEBEN?