„Wer sein Vermögen schützen will, glaubt gar nichts, sondern rechnet mit allem.“
Mayer Amschel Rothschild (1744-1812)
Renten-& Zinsstrategie: Hybridanleihen – Teil 2: Vorteile für den Emittenten
- Finanzen
- 20.02.2014
Renten-& Zinsstrategie: Hybridanleihen – Teil 2: Vorteile für den Emittenten
Hybridanleihen sind eine Kreuzung von Eigen- und Fremdkapital. Dies ermöglicht dem Emittenten das Beste aus zwei Welten zu vereinen.
Eigenkapital im Sinne der Ratingagenturen oder der Bankenaufsicht
Für den Emittenten liegt ein Vorteil von Hybridanleihen darin begründet, dass diese beispielsweise von Ratingagenturen oder Banken bei der Bonitätsbeurteilung als Eigenkapital berücksichtigt werden, wenn diese bestimmte Kriterien erfüllen. Dies ist für Unternehmen wichtig, weil eine Bonitätsverbesserung eine Vergünstigung der Refinanzierung ermöglichen kann. Neben diesem Merkmal, das bei allen Unternehmen greift, haben speziell Banken Hybridanleihen mit dem Ziel ausgegeben, eine Erhöhung des bankenaufsichtsrechtlichen Eigenkapitals zu erreichen. Bei Banken beeinflusst die Höhe des bankenaufsichtsrechtlichen Eigenkapitals die Höhe der Risiken die ein Institut eingehen darf und damit das mögliche Geschäftsvolumen. Diese Berücksichtigung der Hybridanleihen als Eigenkapital ist im Allgemeinen der Beweggrund vieler Emittenten für die Ausgabe dieser Finanzinstrumente und stellt damit den bedeutendsten Vorteil dar.
Zeitlich begrenzte Eigenkapitalüberlassung
Ein weiterer Vorteil für Emittenten besteht darin, dass Hybridanleihen eine zeitlich begrenzte Eigenkapitalerhöhung ermöglichen. Die zeitliche Begrenzung wird typischerweise durch ein Kündigungsrecht des Emittenten erreicht. Er kann dadurch im Allgemeinen an vertraglich festgelegten Zeitpunkten selbst entscheiden, ob das durch die Hybridanleihen zur Verfügung gestellte Eigenkapital beibehalten oder zurückgezahlt werden soll. Im Vergleich dazu kann das durch die Kapitalanteile der Gesellschafter bereitgestellte Eigenkapital vielfach nicht oder nur unter strengen Bedingungen zurückgezahlt werden.
Renditevorteil
Hybridanleihen sind zudem vielfach kostengünstiger, als das durch die Kapitalanteile der Gesellschafter bereitgestellte Eigenkapital. Dies liegt zum einen daran, dass Hybridanleihen die Anforderungen an eine Hinzurechnung zum Eigenkapital erfüllen können und trotzdem beispielsweise durch das Kündigungsrecht des Emittenten oder die Vereinbarung einer Zinsnachzahlung für den Kapitalgeber weniger risikobehaftet sind, als beispielsweise Aktienkapital. Durch die geringere Risikoprämie stellen Hybridanleihen im Vergleich zu den Kapitalanteilen der Gesellschafter für den Emittenten regelmäßig kostengünstiges Eigenkapital dar. Zum anderen kann der Emittent Hybridanleihen häufig dem steuerlichen Fremdkapital zuordnen und die Zinszahlungen dadurch als Betriebsausgabe berücksichtigen. Die Berücksichtigung als Betriebsausgabe führt zu einer Minderung der Bemessungsgrundlage der Einkommens- oder Körperschaftssteuer und ermöglicht so vielfach eine Senkung der Steuerbelastung.
Die möglichen Vorteile von Hybridanleihen habe ich nachfolgend zusammengefasst:
Ergebnis
Diese Vorteile für den Emittenten machen Hybridanleihen zu einem beliebten Instrument der Eigenkapitalbeschaffung. Warum Hybridanleihen auch für den Kapitalgeber bzw. Anleiheinhaber eine interessante Anlageform darstellen, werden wir im dritten Teil des Blogs beleuchten, den wir in Kürze an der bekannten Stelle veröffentlichen werden.
Veröffentlicht von Dr. Peter Porten
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